09.09.2026
Medienmitteilung: Erhöhung Höchstansätze Pflege und EL-Tagespauschalen
Curaviva St.Gallen und senesuisse begrüssen den Entscheid des Kantons als wichtigen Schritt; doch der Einsatz für eine kostendeckende Finanzierung ist weiterhin nötig.
Die Anpassung ist ein wichtiges Signal für die Alters- und Pflegeheime im Kanton St.Gallen. Sie bleibt jedoch ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Finanzierung.
Die Regierung des Kantons St.Gallen erhöht per 1. Januar 2027 die Höchstansätze für die von den Gemeinden getragenen Pflegekosten in den Alters- und Pflegeheimen. Gleichzeitig wird der maximale Tagesbeitrag des Kantons an die Aufenthaltskosten für Personen mit Ergänzungsleistungen schrittweise angehoben: von heute Fr. 180.– auf Fr. 185.– im Jahr 2027, Fr. 190.– im Jahr 2028 und Fr. 196.– im Jahr 2029.
Curaviva St.Gallen und senesuisse begrüssen diesen längst überfälligen Entscheid. Beide Verbände haben sich gegenüber dem Kanton gemeinsam für eine Anpassung eingesetzt, nachdem die Finanzierung seit vielen Jahren unverändert auf zu tiefem Niveau geblieben ist. Die beschlossenen Erhöhungen zeigen, dass sich dieses Engagement gelohnt hat und die Kostenentwicklung in den Heimen politisch wahrgenommen wird.
Verbesserung mit klaren Grenzen
Für die Altersinstitutionen sind die höheren Ansätze eine Entlastung. Allerdings lösen sie die strukturelle Finanzierungslücke nicht vollständig. Der Rückstand in der Entlöhnung fürs Pflegepersonal kann nicht wett gemacht werden, geschweige denn die von der Stimmbevölkerung deutlich angenommene Pflegeinitiative für bessere Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals umgesetzt werden.
Weiterer Einsatz für eine nachhaltige Finanzierung
Curaviva St.Gallen und senesuisse werden sich weiterhin für eine verlässliche und sachgerechte Finanzierung der Pflege einsetzen. Dazu gehören regelmässige Anpassungen der Ansätze an die tatsächliche Kostenentwicklung.
Wie die neusten Zahlen zeigen, verschärft sich der Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal künftig noch mehr als erwartet. Um eine qualitativ gute Pflege sicherzustellen, braucht es eine Finanzierung, welche die effektiv anfallenden Kosten berücksichtigt und bessere Anstellungsbedingungen für Angestellte in Alterseinrichtungen ermöglicht, welche an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr höchst anspruchsvolle Arbeit leisten. Dafür werden sich die Verbände im weiteren politischen Dialog konsequent einsetzen.
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